Rheinische Post, 26.5.2007, von Birgitta Ronge

Tillys bunte Bilderreise

Künstler Jacques Tilly entwirft und baut Karnevalswagen. Exklusiv für die Leser der Rheinischen Post hat der Düsseldorfer nun die Region aufs Papier gebannt, in vier witzigen und warmherzigen Zeichnungen.

DÜSSELDORF Jacques Tilly ist einer, der nicht viel Federlesen macht. Mit spitzem Bleistift und flottem Strich rückt der Düsseldorfer Künstler dem kleinen und großen Wahnsinn in Politik und Gesellschaft zuleibe. Der gebürtige Düsseldorfer entwirft und baut die fröhlich-bunten Karnevalswagen, die alljährlich im Rosenmontagszug die Narren mal begeistern, mal entrüsten. Jetzt hat sich Tilly einem neuen Projekt zugewandt und exklusiv für die Rheinische Post die Region aufs Blatt gebannt. Vier quadratische Zeichnungen bilden gemeinsam unser Verbreitungsgebiet ab: von Kleve bis Erkelenz, von Viersen bis Radevormwald. Originell, witzig, und mit den markantesten Sehenswürdigkeiten aus der Region.

"Meine Bilder sind ein geistiger Spaziergang durch die Region"

Für den 43-Jährigen war der Auftrag der Rheinischen Post etwas ganz Besonderes: "Vieles kannte ich ja schon, manches aber nicht. Dass es etwa in Kevelaer ein Heißluftballon-Festival gibt, war mir neu." So musste sich auch der Künstler erst einmal richtig einlesen. Was gibt es in Krefeld zu sehen, was in Wermelskirchen? Was macht Hilden aus? Und was lieben die Bewohner von Goch an ihrer Stadt? Tilly behalf sich mit den Internet-Auftritten der Städte, sammelte Prospekte und Bilder. Bei der Recherche wurde er selbst neugierig: "Vor allem der nördliche Niederrhein hat mich gefesselt", gibt er zu. "Und auch in Nettetal war ich noch nie."

Neben Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Höhepunkten wie Flüssen und Seen entdeckt der aufmerksame Betrachter viele kleine Attraktionen. Die Zeichnungen ähneln Wimmelbildern, auf denen selbst die, die sich in der Region gut auszukennen glauben, noch Neues entdecken - oder sich an schöne Ausflüge erinnern, die es zu wiederholen lohnt.

Bei der Illustration hat sich der Künstler von der Freiheit leiten lassen, die Proportionen mancher Bauwerke zu verändern. Da ragen Kirchtürme weit in den Himmel, heben sich Burgfriede und Mühlen hervor. Am Rheinufer sonnt sich eine Dame im Bikini, im Bergischen Land wird zum Picknick die "Dröppelminna" hervorgeholt. Die Farben sind dezent gehalten, der Strich skizzenhaft, bewegt - Zeichen für eine lebendige Region.

Tilly hat nur die schönen Seiten des Rheinlandcs abgebildet. "Natürlich weiß ich, dass es auch andere Ecken gibt", sagt er. "Autobahnen etwa." Aber für die ist auf seinen Bildern kein Platz. Statt dessen hat der 43-Jährige vergnügt so manche Besonderheit der Ortschaften in Szene gesetzt, die schmunzeln lässt - wie Wilhelm Conrad Röntgen aus Remscheid, der seinen eigenen Oberschenkelknochen in die Luft reckt. "Meine Bilder sind ein schöner geistiger Spaziergang durch die Region", erklärt Tilly. Für ihn selbst stehen jetzt auch einige neue Ausflugsziele auf dem Programm: Seinen beiden Kindern will der Düsseldorfer nun die Klever Schwanenburg und Schloss Moyland zeigen.

INFO
Exklusives Angebot

RP-PremiumCard-lnhaber können die Sonderedition von Jacques Tilly exklusiv zu einem Sonderpreis von 20 Euro für ein Einzelmotiv und 72 Euro für die Gesamtedition erwerben. Ohne Premium-Card kosten die Bilder 25, bzw. 90 Euro als Vierersatz. Zu bestellen unter 01805/35 53 99 (Mo-Sa 8 bis 16 Uhr) oder www.rp-online.de/premium

Bildtexte

Der nördliche Niederrhein, wie Jacques Tilly ihn sieht - das Bild ist eine von vier Zeichnungen für die Rheinische Post. Fotos (5): Hans-Jürgen Bauer

Mönchengladbach mit dem Museum Abteiberg und dem Stadion.

Blick auf Düsseldorf mit Fernsehturm, Altstadt und Gehry-Bauten.

In Mettmann ist für Tilly das Neanderthal-Museum der Mittelpunkt.